Sumpf.
30/08/2009 | 15:13
Also neulich binnick von Chicago nach Toronto jefahn. (Die umjekeahte Strecke hattick drei Tage vorhea hinta mich jebracht.) Mohngs um achte binnick los in Chicago und um fümwe war ick da, also in Toronto, wobei det ne Stunde Zeitfaschiebung hat. Ick bin in Chicago einmal uff die eine Straße jefahn, dann musstick einmal links abbiejen, 8 Stunden wahtn und hin und wieda n Auto übaholn und dann warick in Toronto am Flughafen. Det war schon öhngdwie komisch, voa allem, weilet voll heiß war, also so etwa 40 Grad und fies luftfeucht. Mohngs in Chicago waret schön, so anna Skyline vorbeifahn, dann kommtet, der Süden von Chicago, links die Neja, rechts die Iahn, die sich wohl nich so grün sind, det is ja ooch die Fahbe dea Iahn, und weswejen eina von den Böhgameestan, wat in Chicago ja n erblichet Amt is, ehm die Autobahn zwischen die beeden Viertel jebaut hat, damit se sich nich so nahekomm, die Neja und die Iahn. Na jehnfalls wenn man da weitafäaht, kann man sehn, wieso det da südlich von Chicago Rust Belt heißt, weil da übaall Fabriken und Gießereien und wat weeß ick wat für Hüllen der Schweaindustrie rumstehn, aba ehmt leer, kaputte Fensta, umjefallne Schornsteine, richtije Wracks. Sieht schick aus im Mohrnglicht, aba ick möchte da nich so wirlich jerne wohn.
Na und denne komm Bäume, Wiesen, hin und wieda n Sumpf oda n Feld und nochn paar Bäume d.c. al fine (det fine kommt ehmt etwa siehm Stunden späta). Imma uffe Autobahn, an derse übaall rumbauen und stolz Schilda uffstelln, wo druffsteht, dass det janze vom Steuazahla bezahlt wird mit dem American Recovery Act oda so. Also ick hätte ja den Voaschlag, dass sie ooch ma n bisschen Jeld in die Eisenbahn stecken – mit dem Auto von Toronto nach Chicago dauat, naja, mit Stau und Grenze, vielleicht so zehn Stunden, man dahf ja nu ooch nich besondas schnell fahn; mit dea Eisenbahn dauat det etwa 16 Stunden (ohne die Wahtezeiten beim Umsteijen).
Denne kommt Detroit und damit dann och die Grenze. Beim Rausfahn aus USA jing det so. Schlangen wie wennwa früha von Berlin zu Oma wollten im Transit. Dea Kanadia hat sich den Pass anjesehen und mich durchjewunken, det jing janz jut, war nur zu heiß. Aba drei Tage vorhea, also als ick rin wollte nach USA, det war schlimm. Also wennwa früha ma inn Osten wollten, dann kam wa da in so Zimma, die wahn etwa so jemütlich wie det Kabuff, in dem die Amis ihre Gäste heute empfangen. Der Ami, bei dem ick vorfuhr, wollte wissen, wat det fürn Pass sei, den ick ihm jejehm hatte – German Democratic Republic oda Federal Republic of Germany? Ick hab ihm dann erzählt, dass die DDR vor 20 Jahn implodiert is und det det Land nich meah gibt. Da wara fadutzt. Ick ooch. Naja, der Kolleje war noch janz schön jung, vielleicht hatta dette damals nich mitjekricht und dann hattet ihm wahscheinlich ooch keena azählt. Oda der Computa, in dener meen Pass rinjesteckt hatte, braucht n Update. Seit 20 Jahn. Dann ham se mich jehnfalls in iah komischet Kabuff jeschickt, wo lauta Leute rumhäng und uffn Stück Papier wahtn, mit dem se dann weitafahn könn. Jeda hat ne Jeschichte – dea eene hat keen Pass, aba ne Mutta, die in USA wohnt. Die zweete hat ooch keen Pass, weilse mit Kumpeln untawegs is und die ham doch welche, det muss doch reichen. Und so weita. Det hat noch mal ne Stunde jedauat da in den Kabuff. Dea Ton wa aba noch schärfa als damals im Osten: “Sir! Could you please remove your hand from your pocket, Sir!” Alta Schwede. Wie im Knast. Die ham echt ne Macke. Da wahn die Kanadia dann schon deutlich entspannta.
Hinta dea Grenze dann in Kanada jibtet nich mal meah Bäume, nur noch Sumpf oda Feld oda Wiese. Die nächste Raststätte ist 273 km weita, wie eim n Schild azählt. Det janze fühlt sich etwa wie die Po-Ebene an. Riecht ooch ähnlich. Und im Radio jibtet n italienischen Senda. Jibt nur keen Po. Und den Espresso konntick nöhngdwo koofn weil jab ja nüscht, wo man koofn kann.
Blöd beim Fahn is, dass man nich besondas schnell fahn kan, weil übaall mit Radar jekiekt wird, dassde nich schnella als 120 (USA) bzw. 100 (Kanada) fäahst. Zum Glück hatte det Auto n Tempomat. Da dann alle fast gleich schnell fahn, dauat einmal übaholn etwa ne halbe Stunde. Außa det isn Lasta. Da jehtet schnella. Manche ham ooch keen Bock, links zu übaholen, die fahn dann rechts an eim vorbei, macht ja ooch nüscht. Oda man übaholt noch schnell und dann aba hurtich rechts raus in die Ausfaht. Ooch nich schlecht.
Naja, also det war schon ne janz interessante Faht, und meem Bruda jehtet ooch jut, aba jehn Tach muss ick sone Faht ooch nich machen.
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